Landwirtschaft und Naturschutz (German Version)

  • ID: 3148670
  • Book
  • 308 Pages
  • John Wiley and Sons Ltd
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Professor Wolfgang Haber ist Vorkämpfer und seit vier Jahrzehnten wichtigster Exponent des Natur– und Landschaftsschutzes in Deutschland. In dieser umfassenden und aktuellen Übersicht setzt er sich kritisch mit der Wechselbeziehung zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und dem Schutz von ländlichen Lebensräumen auseinander.

Getreu seinem Credo, dass es eine nicht umweltbelastende Landwirtschaft nicht geben kann, entwirft Haber das Leitbild einer multifunktionalen Landwirtschaft mit einer differenzierten Boden– und Landnutzung, die den Zielen der Erzeugung hochwertiger und sicherer Nahrung ebenso verpflichtet ist wie der Erhaltung der ländlichen Kulturlandschaft und ihrer vielfältigen Biotope. In einem Spannungsbogen vom Beginn der Landwirtschaft im Neolithikum bis hin zur heutigen staatlich gelenkten Agrarindustrie zeichnet er Entwicklungen und Prozesse nach, die unsere heutige

Kulturlandschaft geformt haben und analysiert deren Einfluss auf Nachhaltigkeit der Landnutzung, biologische Vielfalt und Leistungsfähigkeit der Ökosysteme von Ackerland, Grünland und Sonderkulturen wie Obst– und Weinbau.

Zahlreiche Fallbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie eine Vielzahl von aktuellen Daten runden das Werk ab und liefern wertvolles Material für eine sachliche Auseinandersetzung mit einem Thema, welches völlig zu Recht immer stärker in den öffentlichen Diskurs Eingang findet.
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1 Einführung: Aufgaben und Auswirkungen der Landwirtschaft 1

2 Landwirtschaft im Zusammenhang der Menschheits– und Gesellschaftsentwicklung 3

2.1 Eine neue Art der Nahrungsversorgung 3

2.2 Eine neuer Umgang mit der Natur und ein neuer Mensch 4

2.3 Eine revolutionäre Veränderung in der Menschheit 7

2.4 Land– und Stadtkultur Ergänzung und Entfremdung 8

3 Die vor– und frühgeschichtliche Landwirtschaft Mitteleuropas Entstehung von Landnutzungstraditionen 11

3.1 Definition der Landwirtschaft 11

3.2 Die Anfänge landwirtschaftlicher Nutzung in der Jungsteinzeit 11

3.2.1 Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel 12

3.2.1.1 Vom Pflanzenbau zum Ackerbau und seine Folgen 12

3.2.1.2 Ackerbauerträge und ihre Sicherung 15

3.2.2 Erzeugung von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft 17

3.2.2.1 Viehhaltung und Futterversorgung 17

3.2.2.2 Naturweide, Stallhaltung und Düngergewinnung 19

3.3 Die Entstehung der Kulturlandschaft und ihrer Bestandteile 20

3.4 Von der Jungsteinzeit in das Metallzeitalter (Bronze– und Eisenzeit) 21

3.4.1 Neuerungen in Tierhaltung, Pflanzenbau und Produktverwendung 22

3.4.2 Bodenbearbeitung mit Pflügen 24

3.4.3 Landwirtschaftliche Nutzung auf Extremstandorten 25

3.4.3.1 Landwirtschaft an den Meeresküsten 25

3.4.3.2 Landwirtschaft und Bergbau im Hochgebirge 26

3.5 Landnutzung in der Römerzeit 28

4 Entwicklung der Landwirtschaft vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert: Entstehung der Landschaft und der Grundlagen des Naturschutzes 31

4.1 Landwirtschaft unter staatlichem Einfluss 31

4.2 Der Bauernstand zwischen Freiheit und Frondienst 32

4.3 Wachsende Ansprüche an die Landwirtschaft 33

4.3.1 Ausweitung der Landnutzungs– und Siedlungsflächen 33

4.3.2 Fortschritte und Mängel im Acker– und Pflanzenbau 36

4.3.3 Auswirkungen auf Gewässer und Wasserhaushalt 39

4.3.4 Weiterentwicklung der Viehhaltung 41

4.4 Das Erscheinungsbild der landwirtschaftlich genutzten Gebiete die Landschaft 44

4.5 Festigung und Sicherung der Landwirtschaft der Meeresküsten und Hochgebirge 47

4.5.1 Deichbau und Neulandgewinnung an der Nordseeküste 47

4.5.2 Weiterentwicklung der alpinen Landwirtschaft 47

4.6 Rückschläge und Niedergang seit dem Mittelalter 50

4.6.1 Klimaungunst, Seuchen und Kriege 50

4.6.2 Die tieferen Ursachen des Niedergangs und seine positiven Folgen: Ressourcenerschöpfung bedingt Vielfaltsteigerung 52

5 Ende und Umbruch der vormodernen Landwirtschaft 59

5.1 Notwendigkeit einer Landnutzungsreform 59

5.2 Erste Schritte: Ackerfutterbau und Humuswirtschaft 60

5.3 Erweiterung und Neuordnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen 61

5.3.1 Urbarmachungen, Meliorationen, Umlegungen 62

5.3.2 Die Markenteilung und ihre Folgen 63

5.3.3 Landeskultur und Landschaftskultur (Exkurs) 64

5.4 Das Ende der Agrargesellschaft 67

5.4.1 Umstellung der Energieversorgung auf fossile Träger Verlust des ländlichen Energiemonopols 67

5.4.2 Das Zurückbleiben der Landwirtschaft hinter der allgemeinen Entwicklung 68

6 Modernisierung der Landwirtschaft und Erwachen des Naturschutzes 71

6.1 Von der organischen zur mineralischen Düngung 71

6.2 Weiterentwicklung der Landeskultur, Neuerungen in der Agrarstruktur 72

6.3 Sicherung der Nahrungsversorgung und ihre landwirtschaftliche Problematik 73

6.4 Ländliche Idylle als Ergebnis bäuerlichen Beharrens 74

6.5 Das Erwachen von Heimat– und Naturschutz 75

6.6 Enklaven für die Natur 78

6.7 Im Strudel von Kriegen und Ideologien 79

7 Die moderne Landwirtschaft im Konflikt mit der Natur 83

7.1 Landwirtschaft in der DDR 83

7.2 Die landwirtschaftliche Modernisierung in der Bundesrepublik Deutschland 85

7.2.1 Landwirtschaftliche Intensivierung: Spezialisierung, Entmischung und Homogenisierung 86

7.2.2 Intensivierung und Flurbereinigung im Acker– und Pflanzenbau 89

7.2.3 Rückgang und Homogenisierung des Grünlands 93

7.2.4 Rückgang der Bauern und Landarbeiter, Wandlungen der Bauernhöfe und der Kulturlandschaft 99

7.3 Das Bewusstwerden landwirtschaftlicher Umweltbelastung 105

7.3.1 Landschaftspflege, Naturparke und Stummer Frühling 105

7.3.2 Verstärkter Naturschutz aber mit Privilegierung der Landwirtschaft: eine vertane Chance 107

7.3.3 Die landwirtschaftlich verursachte Schädigung von Natur und Umwelt 111

7.3.4 Die Ausnahme: Ökologischer Landbau 113

7.4 Ansehensverlust der Landwirtschaft und Scheitern der Nachkriegs–Agrarpolitik 115

7.5 Der Übergang zur Agrarumweltpolitik 118

7.6 Stärkung von Naturschutzpolitik und Naturschutzrecht 119

8 Die agrarpolitische Wende zum Vorteil der Natur? 123

8.1 Neue politische Einflussgrößen: Nachhaltige Entwicklung, Biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen 123

8.1.1 Das Prinzip der Nachhaltigen Entwicklung 123

8.1.2 Biologische Vielfalt 128

8.1.3 Ökosystemleistungen 133

8.2 Multifunktionale Landwirtschaft als neue (alte) Idee 135

8.3 Agrarumweltpolitik und Naturschutzpolitik: Gleiche Adressaten, verschiedene Konzeptionen 138

8.3.1 Die reformierte Agrarpolitik und ihre Umsetzung 141

8.3.1.1 Zur Handhabung der 1. Säule Cross–Compliance und Modulation 143

8.3.1.2 Gute fachliche Praxis, Sonderleistungen und ihre Bezahlung 148

8.3.1.3 Agrarpolitik für den ländlichen Raum die 2. Säule der EU–Förderung 154

8.3.1.4 Naturschutzverständnis und –beratung der Landwirtschaft 158

8.3.1.4.1 Unterschätzte Hürden, ungenaue Begrifflichkeiten 159

8.3.1.4.2 Arbeitsaufwand und betriebliche Abläufe 160

8.3.1.4.3 Psychologische Gesichtspunkte 160

8.3.1.4.4 Mitsprache und Partizipation 162

8.3.1.4.5 Ausblick 163

8.4 Beiträge verknüpfter Agrar– und Naturschutzforschung 164

8.5 Naturschutz: Erfahrungen und Erwartungen in der landwirtschaftlichen Praxis 166

8.5.1 Ackerwildkräuter und Ackerfauna 168

8.5.2 Biologische Vielfalt und Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden 174

8.5.2.1 Nutzungs– und Schutzvielfalt, Prioritätenfragen 176

8.5.2.2 Beispiele naturschutzorientierter Grünlandnutzung 177

8.5.2.3 Ökonomische Aspekte 180

8.5.2.4 Grünland der Alpen 184

8.5.2.5 Grünlandbrachen und ihre Behandlung 188

8.5.2.6 Nutzungsalternativen zur Grünlanderhaltung 188

8.5.2.7 Schlussbetrachtung zum Grünland 189

9 Vorschriften, Strategien und Wunschbilder des Naturschutzes 191

9.1 Integration und Segregation (Separierung) 191

9.1.1 Allgemeines zu den Begriffen 191

9.1.2 Anteil der Naturschutzflächen im Agrarland 194

9.2 Flächenstilllegung 196

9.3 Intensivierung und Extensivierung Naturschutz und landwirtschaftliche Produktionsverfahren 197

9.3.1 Zu den Begriffen 197

9.3.2 Erwartete Wirkungen in Theorie und Praxis 198

9.3.3 Extensivierung und ökologischer Landbau 200

9.3.4 Ökonomische Auswirkungen allgemeiner Extensivierung 202

9.3.5 Extensivierung und Naturschutzflächenbedarf 203

9.3.6 Zusätzliche vom Umwelt– und Naturschutz ausgelöste Intensivierungen 206

9.4 Biotopverbund und Natura 2000 212

9.5 Prozessschutz und Wildnis 218

9.6 Naturschutzvorbehalte gegen Ökonomie und Technik 220

9.6.1 Ökonomisches Denken 221

9.6.2 Technikfeindlichkeit 222

9.7 Zur Erfüllbarkeit von Naturschutzerwartungen im Agrarland 226

10 Grundsätzliche Betrachtungen zum Verhältnis von Landwirtschaft und Naturschutz 229

10.1 Wachsender Rechtfertigungsdruck und Finanzierungsprobleme für Naturschutz 229

10.2 Uneindeutige Naturschutzziele eindeutige Ziele der Landwirtschaft 231

10.3 Unzureichende Kenntnisse über moderne Landwirtschaft 233

10.4 Zur Stellung der Landwirtschaft innerhalb der Volkswirtschaft 234

10.5 Zur Existenzsicherung der Landwirtschaft 236

10.6 Finanzielle Grundlagen bäuerlicher Existenz Innen– und Außensicht 239

10.7 Landwirtschaft zwischen gesellschaftlichen Wünschen und Widersprüchen 241

11 Eine Kompromiss–Strategie: Differenzierte agrarische Landnutzung mit flexibler Naturschutzintegration 245

11.1 Grundgedanken differenzierter Landnutzung 246

11.2 Grundregeln, Inhalte und Umsetzungshinweise zur differenzierten Landnutzung 247

11.3 Wissenschaftlich–fachliche Zustimmung zum DLN–Konzept 250

11.4 Geringe oder zögerliche Beachtung seitens Naturschutz– und Landwirtschaftspolitik 252

11.5 Chancen differenzierter Landnutzung 254

12 Schlussbetrachtung 257

13 Literatur 259

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Wolfgang Haber hatte von 1966 bis 1993 den Lehrstuhl für Landschaftsökologie der Technischen Universität München in Freising–Weihenstephan inne. Als einer der ersten Lehrstuhlinhaber dieser Fachrichtung hat Professor Haber wie kein anderer die wissenschaftliche Forschung im Umwelt– und Naturschutz in Deutschland vorangetrieben. Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Maximiliansorden und im Jahre 1993 als Erster den hoch dotierten

Deutschen Umweltpreis. Neben vielen weiteren Ämtern war er von 1979 bis 1990 Präsident der Gesellschaft für Ökologie und von 1990 bis 1996 Präsident der International Association of Ecology (Intecol). Er ist seit 1980 Mitglied des Deutschen Rates für Landespflege und war von 1991 bis 2003 auch dessen Sprecher.
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